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Atlas (Kartografie)

Dieser Text beschreibt Atlas (Kartografie).


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Atlas (Kartografie) Artikel

Atlas (Kartografie) Beschreibung
Atlas (Kartografie) Beschreibung
Verschiedene Atlanten

Der Atlas (Mehrzahl: Atlasse oder Atlanten) ist in der Kartographie eine Sammlung thematisch, inhaltlich oder regional zusammenhängender Landkarten in Buchform oder loser Folge.

Abweichend von der Definition, dass ein Atlas normalerweise Kartenmaterial enthält, benutzen manche Verlage das Wort auch, um ein mit viel Bildmaterial versehenes Nachschlagewerk zu einem bestimmten Wissenbereich zu nennen (zum Beispiel dtv-Atlas zur Ökologie, deutscher Taschenbuchverlag, 1990)

Der Begriff Atlas wurde durch Gerhard Mercator in dem 16. Jahrhundert eingeführt, der sein geografisches Kartenwerk "Atlas sive Cosmographicae Meditationes de Fabrica Mundi et Fabricati Figura" nannte. Erst Anfang der 1990er Jahre fand man heraus, dass er ihn nicht wie zuvor angenommen nachdem Titan Atlas, sondern nach einem gleichnamigen König von Mauretanien benannt hatte.

Inhaltsverzeichnis
Buch-Tipp: Engel-Karten (Ansata) Sehr hilfreich. Diese Karten sind wunderbar. Zuerst war ich skeptisch, doch sie geben einem stets den Rat, der in dem Moment hilfreich ist. Natürlich sollte man sich dann auch ein wenig mit der Antwort beschäftigen. Ich bin froh, dass ich diese Karten habe.

Gliederungsmöglichkeiten

  • nach Medien
    • Papieratlas
    • elektronischer Atlas
  • nach Format
    • Riesenatlas
    • Handatlas
    • Taschenatlas
  • nach Zweck
    • Schulatlas
    • Fachatlas
    • Planungsatlas
  • nach Darstellungsgebiet
    • Weltatlas
    • Nationalatlas
    • Stadtatlas
  • nach Inhalten
    • Umweltatlas
    • Geschichtsatlas
Buch-Tipp: Kompass Karten, Mallorca (Kompass) Die beste Karte über Mallorca Vor unserem Mallorcaurlaub kauften wir die Kompasskarte, weil darauf die gesamte Insel dargestellt wird. Vor Ort zeigte sich, dass sie als Übersichtskarte für Ausflüge unschlagbar ist! Wir staunten über die Genauigkeit, sogar Straßen, die erst heuer zu Autobahnen ausgebaut werden, sind schon entsprechend eingezeichnet....

Grundprinzipien der Atlaserstellung

Ein fester Plan, dessen Prinzipien für alle Karten maßgebend sind, sollte jedem solchen Unternehmen zu Grunde liegen. Dieser Plan erstreckt sich

  1. auf die Zahl der Karten, ihre Ordnung und ihr Format
  2. auf die Vollständigkeit, gegenüber der Anzahl von Landflächen, die nicht dargestellt werden und anderen, die ungenügend bearbeitet erscheinen
  3. auf das Reduktionsverhältnis, insofern es des bequemen Vergleiches wegen erwünscht ist, wenn gewisse Folgen von Karten (zum Beispiel die Karten der Erdteile, der europäischen Staaten etc.) in gleichgroßem Maßstab entworfen werden oder, wenn Ausnahmen stattfinden müssen, die verschiedenen Maßstäbe unter sich kommensurabel sind (zum Beispiel 1:1 Mill., 1:2 Mill.,1:4 Mill. etc.)
  4. auf den Karteninhalt, das heißt auf eine zu dem Raum verhältnismäßige, dem Hauptzweck des Atlas entsprechende Auswahl der Details, eine Hauptaufgabe des Kartographen, der bei dieser Gelegenheit seine geografischen Kenntnisse bestens verwerten und zeigen kann, dann eine den einzelnen Kartenfolgen tunlichst gleichförmige Nennung der Objekte (Orte, Bahnen, Straßen etc.)
  5. auf die kluge Benutzung disponibler Räume zu Illustrationen (Nebenkärtchen von Hauptstädten, Fabrikbezirken, Pässen etc.), wenn der Maßstab der Karten zu solchen häufig sehr nötigen Darstellungen nicht ausreicht
  6. auf die möglichst gleichartige technische Ausführung.
Buch-Tipp: Madeira. Die schönsten Levada- und Bergwanderungen - 50 Touren (Rother Wanderführer) Bester aller Madeira-Wanderführer Bei dem Rother-Wanderführer handelt es sich meiner Meinung nach um den mit Abstand besten Madeira-Wanderführer. Ausreichend detailliert beschrieben und auf den Karten hervorragend eingezeichnet lassen sich Einstiegspunkte in die Wanderung und markante Wegpunkte leicht finden. Allerdings ist es absolut wichtig,...

Geschichte der Atlaskartographie

Buch-Tipp: Mallorca. Das Handbuch für den optimalen Urlaub (Reise Know-How) Für alle, die mehr wollen, als ca. am Strand zu liegen In dem Gegensatz zu vielen anderen Büchern über Mallorca hat sich der Autor hier bemüht, wirklich in das Detail zu gehen und seinen Lesern garantiert die Informationen zu bieten, die er sucht. Für Pauschalurlauber, die vielleicht auch mal einen Ausflug wagen wollen, eignet es sich weniger, wer aber...

Belgien

Die Karten in dem Atlas von De Bezige Bij von 1951 sind von Belgischer Herkunft. Aus derselben Ecke stammt der von verschiedenen Zeitungen rund 1940 in mehreren Folgen veröffentlichte Weltatlas, der in dem Vergleich mit den Niederländischen Produkten sehr umfassend ist, aber eben von mäßiger Qualität.

Buch-Tipp: Mallorca. Die schönsten Küsten- und Bergwanderungen. 50 Touren unentbehrlich für den Mallorca-Wanderer Wir waren in dem November 2007 mit diesem Wanderführer auf Mallorca unterwegs und sind diverse Touren "begangen". Nicht nur, dass wir auf keinerlei Karten angewiesen waren, mehr als einmal haben wir anderen Wanderen mit schlichtem Kartenmaterial mit unserem kleinen, roten Büchlein weiterhelfen können. Sicher...

Deutschland

Im 19. und die erste Hälfte des 20. Jahrhundert nahm die Deutsche Atlaskartographie mit unübertroffenen Meisterwerken eine dominante Position ein. Die Produktion von Atlassen in Deutschland war bis ungefähr 1870 hauptsächlich in Thüringen (Weimar, Gotha, Hildburghausen) konzentriert.

Während die kartographischen Unternehmungen in Deutschland in der ersten Hälfte des 19ten Jahrhunderts hauptsächlich in Thüringen stattfanden, wurde nach 1870 Leipzig das neue Zentrum, weil sich dort Verlage wie Velhagen & Klasing, Wagner & Debes und das Bibliographisches Institut niederließen. Das blieb es bis 1945.

Am Anfang gab es den in 1807 vollendeten "Allgemeiner Hand-Atlas der ganzen Erde..." herausgegeben durch das Landes-Industrie-Comptoir c.q. Geographisches Institut (1791-1905) zu Weimar. Der spätere Titel dieses Atlasses war: "Großer Handatlas des Himmels und der Erde". In der Periode 1820-45 gab vor allem Carl Ferdinand Weiland (1782-1847) Gestalt an diesem Werk von ungefähr 60x40 cm, ab 1845-55 Heinrich Kiepert (1818-1899) und zuletzt Carl und Adolf Gräf . Die letzte Ausgabe erschien in 1880 als 49ster Druck.

Buch-Tipp: Mystisches Lenormand. Karten Ein wunderschönes Kartendeck Durch Zufall bin ich auf diese Karten gestossen, sie lagen mir in einem Esoterik-Laden in dem Weg, als ich Räucherstäbchen kaufen wollte. Die Karten faszinieren mich mittlerweile stets mehr (dabei wollte ich sie ca. mal so mitnehmen ;o) Besonders die schöne Gestaltung der Motive und das kleine Format haben es mir angetan....

Verlag J.Perthes

Ebenfalls ist der Verlag von Justus Perthes aus Gotha, gegründet in 1785, sehr aktiv. Dieser Verlag ist heute noch stets in Gotha etabliert. Er ging erst spät wie seine Konkurrenten zur Lithographie über.

In 1817 wurde angefangen mit der Veröffentlichung von Stielers Handatlas, genannt nach Adolf Stieler (1775-1836). Dieser Atlas bestand aus 50 Karten und wurde in 1823 vollendet. Kenner betrachten die späteren Ausgaben wie ein Kunstwerk von großem wissenschaftlichem Wert und schätzen die Qualität der Kupferdrucke.

Eigentlich haben alle Karten aus der ersten Hälfte des 19tes Jahrhundert dieselbe Ansicht. Die Karten haben dieselbe Typographie, dieselbe raupenartige, ab und zu tannenbaum-ästige Ansicht von Gebirgen. "Süd-West Deutschland und Schweiz" von 1868, nachdem Entwurf von Carl Vogel (1828-97), kann als die erste moderne Atlaskarte betrachtet werden. Die sachliche Schrift von H. Eberhardt und die plastische Gebirgsdarstellung von W. Weiler wurden folglich überall nachgeahmt. Es würde aber noch bis zur 9. Auflage von 1905 dauern, vor allem die Karten von Stieler, bis sie auf diese Art angefertigt werden würden. Diese 9. Ausgabe, die zu dem ersten Mal in Lithographie realisiert wurde, enthielt 100 Karten. Das war eine Verdopplung des Umfangs seit der ersten Auflage von 1823, und wird drucktechnisch als die beste von Stieler angesehen.

Die Bodendarstellung ist in frühen Auflagen des 10ten Drucks (1925) zu schwer angesetzt, was die Lesbarkeit verschlechtert. Dieser 10te Druck, welcher 108 Karten zählte und ein Register von 320 Tausend Namen enthielt, erschien bis 1944. Eine noch umfassendere, internationale Ausgabe von dem Stieler Atlas blieb mit 84 der geplanten 114 Karten leider unvollendet.

Verleger Perthes ist auch bekannt wegen der Veröffentlichung der folgenden Atlasse:

  • Berghaus' Physikalischer Atlas (1848, 3de ed. 1892),
  • Spruners Historisch-Geographischer Handatlas (1851 und später),
  • Justus Perthes' Taschenatlanten (Taschenatlas, Taschenatlas vom Deutschen Reich, Sehe - Atlas, Atlas Antiquus, Geschichtsatlas, Staatsbürger-Atlas)
  • verschiedene Schulatlassen unter welchen den Sydow-Wagners Methodischer Schulatlas (1888; 23. letzte Aufl. 1944).
Buch-Tipp: Spanischer Jakobsweg. Camino frances von den Pyrenäen bis Santiago de Compostela. 41 Etappen (Rother Wanderführer) Subjektiver Eindruck sehr gut Vorweg, es gibt derart viele Reiseführer, dass man als Laie sehr schwer beurteilen kann, welche Beschreibung vom Jakobsweg, die objektiv beste sein soll. Beispiele: Edition Outdoor - sehr gut detailierte Wegbeschreibung Jakobsweg. Der praktische Reiseführer - sehr gut, da Schwerpunkt auf minutiösen Details zu Land,...

Bibliographische Institut - Brockhaus

Das Bibliographisches Institut wurde in 1826 gestiftet von Carl Joseph Meyer (1796-1856). In 1984 fusionierte dieser Verlag mit F.A. Brockhaus, wessen Aktien seit 1988 größtenteils in dem Besitz von Langenscheidt Verlag sind. Das Bibliographische Institut (BI) veröffentlichte in dem 19ten Jahrhundert zahlreiche große Handatlasse, unter welchen der "Große Hand-Atlas über alle Theile der Erde in 170 Karten" (1843-60) der größte war. Die in der Periode 1892-1945 durch das Bibliographisches Institut herausgegebene Atlasse waren alle basiert auf Kartenmaterial von Meyers Lexika und/oder Meyers Reisebücher. Der erste Atlas von größerem Umfang welcher nachdem Zweiten Weltkrieg vom Bibliographisches Institut herausgegeben wurde, war Meyers Großer Weltatlas von 1970.

Buch-Tipp: Städte-Atlas Ostbrandenburg (Rautenberg) Eine Beschreibung zum Buch "Städte-Atlas Ostbrandenburg (Rautenberg)" finden Sie auf der Seite des Buchhändlers. Um dorthin zu gelangen klicken Sie bitte auf den Link oberhalb von diesem Text. Sie werden automatisch zu diesem Buchtitel weiter geleitet.

Verlag Carl Flemming

Der von Verlag Carl Flemming herausgegebener "Vollständiger Hand-Atlas der neueren Erdbeschreibung" ... von Sohr darf nicht vergessen werden. Nach manchen Quellen ist Sohr eine fiktive Figur, der jedoch Prof. Wilhelm Bonacker einen lobendie Beschreibung widmete. Sohr erarbeitete diesen Atlas in Zusammenarbeit mit Heinr. Berghaus (1797-1884). Der Atlas erschien zu dem ersten Mal in den Jahren 1842-44, die 9. und letzte Aufl. erschien 1902-06. Der Verlag wurde 1932 aufgelöst, als er sich in Głogów befand.

Buch-Tipp: Teneriffa. Die schönsten Küsten- und Bergwanderungen - 60 Touren. Rother Wanderführer Sehr guter Wanderbegleiter, August 2007 Wir haben 5 Wandertouren gemacht und uns immer gut geführt gefühlt. Die angegebenen Tourenzeiten sind als reine Gehzeiten anzusehen! Dann stimmen sie i. d. Regel gut überein. Wanderung 54 (Paisaje Luna) ist mittlerweile ein von der EU finanzierter ausgebauter gemütlicher Wanderweg, am Anfang etwas sehr...

Weitere

Der berühmte Kartograph Heinrich Kiepert (1818-1899) editierte den großen Atlas aus Weimar. Seine wichtigsten Aktivitäten entfaltete er jedoch für Verleger Dietrich Reimer aus Berlin. Vor allem ist sein dort veröffentlichter Atlas Antiquus (1859) bekannt, der in hunderttausenden Exemplaren über die ganze Welt verbreitet wurde und selbst in Niederländischer Übersetzung erschien. Kieperts wichtigstes geographisches Werk ist sein "Neuer Handatlas" von 1860, von welchem der 3te Druck in 1896 erschien.

Über allen anderen herausragend ist "Andrees Allgemeiner Handatlas" (naar R. Andree, 1835-1912) von Verleger Velhagen & Klasing. Dieser Verlag, gestiftet in 1835, wurde von Franz Cornelsen in 1954 übernommen und rund 1990 aufgelöst. Die erste Auflage dieses Atlasses erschien in 1881. Danach erschien die umfangreichste Ausgabe (8. Aufl. 5. Druck 1930) mit über 300 Tausend Namen. Die letzte Ausgabe erschien in 1937. Dieser Atlas hatte ein größeres Format als den Stieler, und hatte eine ruhigere Kartenansicht und benutzte eine noch bessere Typographie. Die wichtigsten Mitarbeiter waren A. Scobe (1851-1912), G. Jungk (†1932), R. Köcher, E. Umbreit (†1904), A. Thomas (†1930), H. Mielisch (†1925) und K. Tänzler (†1944). Eine Anzahl Karten wurde aber anderswo gezeichnet oder lithographiert (Peip, Wagner & Debes, Sternkopf, Sulzer). Andere bekannte Titel von Velhagen & Klasing sind:

  • Putzgers nach Friedrich Wilhelm Putzger (†1913)
  • Historischer Schulatlas von 1877,
  • denselben als Historischer Weltatlas 100. Aufl. 1979
  • Großer Volksatlas 1935
  • Großer Wehratlas 1937

Der letzte der großen Deutschen Handatlassen aus dem 19ten und der ersten Hälfte des 20sten Jahrhundert den wir vermelden, hätte exakt so gut der erste sein können: "Debes", genannt nach Ernst Debes (1840-1923), Neuer Handatlas" (1895, 4ter Druck 1913 - 2te Auflage. 1914) von die Geographische Anstalt von Wagner & Debes . Dieser Verlag gibt es in 2003 noch als Kartographischer Verlag Wagner & Co. zu Berlin. Dieser Atlas erschien ab 1935 als "Columbus Welt­atlas", ergänzt mit Karten von Columbus Verlag P. Oestergaard (= 5te Auflage; 8ter Druck 1941) mit noch einigen kürzeren Ausgaben nachdem Kriege. Wagner & Debes arbeiteten aber vor allem in Auftrag von anderen und lieferten zu dem Beispiel die Karten in dem Reiseführer von Baedeker und die Enzyklopädien von Pierer und Herder.

Auch nach 1945 sind noch hervorragende Deutsche Atlasse erschienen, aber meistens noch nicht halb so umfassend wie Andrees oder Stielers Handatlas, aber so gut wie alle versehen mit dem Prädikat "groß". Beispiele sind "Der Große Bertelsmann Weltatlas" von 1961 und den davon abstammenden "Bertelsmann Atlas International" von 1963, der bereits genannte "Meyers Großer Weltatlas", "Herders Großer Weltatlas" von 1968, der wirklich große "Die Erde - Meyers Großkarten-Edition" von 1978. In der DDR erschien in 1968 "Haack Großer Weltatlas". Seit 1945 kann man aber nicht mehr von einer Deutschen Hegemonie auf diesem Gebiet sprechen und wurde diese durch Engländer und Amerikaner übernommen.

Buch-Tipp: The 1st World Travel Atlas - Jubiläumsausgabe (+DVD-Rom) Eine Beschreibung zum Buch "The 1st World Travel Atlas - Jubiläumsausgabe (+DVD-Rom)" finden Sie auf der Seite des Buchhändlers. Um dorthin zu gelangen klicken Sie bitte auf den Link oberhalb von diesem Text. Sie werden automatisch zu diesem Buchtitel weiter geleitet.

Frankreich

Bei den Französischen Atlassen steht der "Atlas universel de géographie" von 1911 von Vivien die Saint-Martin & Schrader an der Spitze. Mit gutem Recht sind auch Schraders "Atlas de géographie moderne" von 1889, "Atlas général Vidal-Lablache" von 1900, "Atlas Niox" bekannt. Ca. nach Abmessungen groß ist der "Atlas International Larousse Politique et Économique" von 1950.=== Großbritannien === Die Britische Kartographie trieb und treibt seit 1850 auf den Veröffentlichungen von drei Verlage:

  • Bartholomew in Edinburgh
  • Johnston ebenfalls in Edinburgh und
  • Philip in Londen.

Von Bartholomew müssen genannt werden "The Citizen's Atlas of the World" (1898, 10ter und letzter Druck 1952) und vor allem "The Times Survey Atlas of the World" (1922, mit 112 Karten und über 200 Tausend Namen, Jahrelang der Trotz der Britischen Kartographie) und den daraus entwickelte "The Times Atlas of the World. Mid-Century Edition" (5 Teile, 120 Karten, 1955-59, Ausgabe in einem Teil 1967; erschienen in vielerlei internationale Ausgaben). Die "Millenniumausgabe" (1999) der Ausgabe von 1967 ist in dem Gegensatz zu seinen Vorgängern vollständig mit Computerkartographie hergestellt.

Von Johnston sind zu vermelden "The Royal Atlas of modern geography" von 1861 und "The Cosmographic Atlas ..." von 1884. Der bekannteste Atlas von Philip ist "Philips' New Handy General Atlas" von 1920, 4er Druck 1934. Der größte Atlas von diesem Verleger ist "Philips' New Imperial Atlas" von 1922 mit 95 Karten und 100 Tausend Namen. In dem allgemeinen schaffen diese Werke es aber nicht die Qualität der Deutschen Atlaskartographie dieser Periode zu übertreffen. Eine auffallende merkwürdigkeit der Britischen Atlasse ist zweifellos die enorme Verscheidenheit von Titeln ("The Victoria Regina Atlas", "The M.P. Atlas", "The Multum In Parvo Atlas of the World", "The Unrivalled Atlas", "The Graphic Atlas"), häufig bei denselben Inhalt.

Das vermelden wert ist auch "The Times Atlas of the World", herausgegeben von Times. Die hybride Typographie von Times wird aber von Kennern nicht sehr geschätzt. Der Times Atlas ist in verschiedenen Ländern erschienen, so auch in einer Niederländischen Version.

Buch-Tipp: The 1st World Travel Atlas. Der neue Atlas der Superlative (Faszination Erde) (Faszination Erde) Da bekommt man richtig Fernweh Den Atlas habe ich auf der Suche nach einem besonderen Geburtstagsgeschenk in die Hand bekommen und ihn dann erst mal für eine gute halbe Stunde nicht mehr aus der Hand legen können. Auf über 500 Seiten, aus dicken, robustem Papier hat der Autor in einem Werk einen ausführlichen Atlas und einen Weltreiseführer zusammengefasst....

Italien

Der Italienische "Atlante Internazionale del Touring Club Italiano" erschien zu dem ersten Mal in 1927 und hat seine traditionelle Kartenansicht von überlegener Typographie und Bodenansicht auch nach 1945 behalten. Ein anderer bekannter, aber weniger umfassender Italienischer Atlas ist der "Grande Atlante Geografico" von De Agostini (1922, 5ter Druck 1959), der auch in einer Deutschen Ausgabe ("Goldmanns Großer Weltatlas" 1955, 2ter Druck 1963) erschienen ist.

Niederlande

Die Niederländische Atlaskartographie hat in dem 19ten und 20sten Jahrhundert nicht gerade sehr originelle Werke geliefert. Die Weltatlasse von Witkamp und Kuijper aus dem 19. Jahrhundert sind durchgehend Imitationen von Sydows oder Stielers Schulatlas. In dem 20sten Jahrhundert ist meistens die Rede von in dem Ausland hergestellte Übersetzungen für den Niederländischen Markt, unter anderem durch Bartholomew, Rand McNally und Bertelsmann. Eine wichtige Ausnahme ist der "Bosatlas", der auch in andere Sprachen übersetzt worden ist. Von eigenem Boden sind weiter die in dem so genannten Kompas-Kartographie verfassten Atlasse von Elsevier die ab ungefähr 1950 erschienen. Zusätzlich sind King (von Kompas ) und Kompas selber ursprünglich Niederländisch. Die Atlasse von Kompas erschienen zwischen 1935 und 1960. Kenner beurteilen die Typographie ebenso wie die Gebirgsansicht dieses Atlasses als unbeholfen.

Österreich

Die Österreichische Kartographie liefert ebenfalls hohe Qualität aus einer langen Tradition, vor allem mittles Veröffentlichungen der Wiener Firmen Freytag & Berndt (später Freytag-Berndt u. Artaria) mit den Atlassen von Freytag und Hickmann, und Ed. Hölzel, bekannt vom Kozenn-Atlas, einen Schulatlas, die aber in vielen Ländern auch als Weltatlas herausgegeben worden ist.

Polen

Polnischen "Atlas swiata" (= Weltatlas) von 1962/63, der vor allem in einer Englischen Ausgabe als "Pergamon World Atlas" von 1968 Bekanntheit erwarb ist ein weniger bekannter, mittelgroße Weltatlas von hervorragender Qualität. Er enthält eine große Anzahl thematischer Karten in dem Gegensatz zu vielen anderen Atlassen, die meistens ca. die Funktion eines Such-Atlasses und Nachschlagewerkes haben.

Russische Förderation

Dass die Russische Kartographie, die anfangs auf wenig originelle Arbeit basiert war - so ist zu dem Beispiel der "Atlas Marxa" von 1905 größtenteils eine Übersetzung von Debes' Handatlas - zu außerordentlichen Ergebnissen führen kann, beweist der große Atlas Mira von 1954. In 1967 erschien sowohl eine zweite Russische als auch eine erste Englische Ausgabe dieses Atlasses. Ein vergleichbares Russisches Projekt war eher wegen des Krieges unvollendet geblieben.

Schweiz

Die Schweizer Kartographie konzentriert sich vor allem auf die Herstellung von Routekarten und hat, seit dem Atlas von Ziegler von 1851 keinen Weltatlas von Bedeutung mehr produziert. Der bekannteste Verleger von Karten und Plänen ist Kümmerly & Frey in Bern.

Siehe auch: Siegfriedatlas

Spanien

Von akzeptabler Qualität ist der 3-teilige Spanische "Gran Atlas Aguilar" von 1969/70, der eine große Kartenoberfläche mit einer relativ kleine Namendichtigkeit paart.

Tschechoslowakei

Der Tschechoslowakischen "Ceskoslovensky Vojensky Atlas" (= Tschechoslowakischen Militärischen Atlas von 1965/66) ist ein geschichtlicher Atlas, der sehr detailliert den Verlauf von vielen Schlachten schildert.

Vereinigte Staaten Amerika

Nach dem Fall der Deutschen Hegemonie kamen die Amerikanischen Atlasse zur Blüte mit Rand McNally's "International Atlas" von 1969 und den Nachfolger "The New International Atlas" von 1981. Exakt wie der Britische Times erschien dieser in vielen Ausgaben, unter anderem auch einer Niederländischen. Die Karten in diesen Ausgaben sind den Kennern nach sehr verwirrend wegen einer vollkommen verfehlten Typografie, da die Karten Routekarten gleichen. Auch die Verwendung von Druckbuchstaben für Ortsnamen, wie auf den Karten der bekannten Atlasse von Hammond, ist weniger zutreffend.

Herstellung

Gravierer

Die Karten sind häufig von einer erlesenen Gruppe Gravierer hergestellt, die auf Deutsch auch "Stecher" genannt werden. Diese Gravierer arbeiteten als kleine selbständige Unternehmer und der Beruf wurde von Vater auf Sohn vererbt. Gravierer arbeiteten für verschiedene Verlage oder waren selber auch Verleger. Hierdurch begegnet man in den Atlassen dieser Zeit stets wieder dieselben Namen.

Technik

Als Technik wurde ursprünglich der Kupferdruck benutzt weil es die besten Resultate ergab. In dem Laufe des 19tem Jahrhundert wurde diese Technik ersetzt durch Lithographie, welche unter anderem als Vorteil hat dass auch maschineller Farbdruck möglich ist.

Als eines der wenigen benutzte das Bibliographische Institut, Hildburghausen den härteren "Stahlstich", der größere Auflagen zuließ. In Großbritannien wurde der Stahlstich übrigens, auch nach der Erfindung rund 1840 des Galvanisierens von Kupferplatten, noch längere Zeit benutzt.

Berühmte Atlanten

  • Atlas Blaeu-Van der Hem - UNESCO Weltdokumentenerbe ([1] (http://www.onb.ac.at/aktuell/atlasblaeu_fr.htm))


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